Mikrozement Anleitung

Inhaltsverzeichnis & Themenübersicht

Mikrozement Anleitungen – von der Vorbereitung bis zur Versiegelung

Mikrozement eröffnet völlig neue Möglichkeiten für fugenlose Wände, Böden, Badezimmer, Duschen, Treppen und viele weitere Oberflächen. Entscheidend für ein hochwertiges und dauerhaftes Ergebnis ist jedoch nicht nur der Mikrozement selbst, sondern der fachgerechte Aufbau von Anfang an. Unsere Mikrozement Anleitungen begleitet Sie deshalb Schritt für Schritt durch die Verarbeitung. Von der Prüfung und Vorbereitung des Untergrundes über den eigentlichen Mikrozement-Aufbau bis zur abschließenden PU-Versiegelung zeigen wir Ihnen praxisnah, worauf es bei den einzelnen Arbeitsschritten ankommt.

Dabei gilt: Jeder Untergrund stellt andere Anforderungen. Fliesen, Estrich, Beton, mineralische Spachtelmassen oder bestehende Beschichtungen können unterschiedliche Vorbereitungen erfordern. Genau deshalb haben wir die wichtigsten Themen in übersichtliche Anleitungen aufgeteilt. Sie möchten zunächst verstehen, wie ein geeigneter Untergrund aufgebaut wird? Starten Sie mit unserer ausführlichen Anleitung zur Untergrundvorbereitung. Sie möchten sich zuerst einen schnellen Überblick über den gesamten Ablauf verschaffen? Dann führt Sie unsere Mikrozement Kurzanleitung kompakt durch die wichtigsten Arbeitsschritte.

Materialverbrauch und Reserve richtig einplanen

Die angegebenen Verbrauchswerte für Mikrozement sind Richtwerte, die auf unseren technischen Vorgaben und praktischen Verarbeitungserfahrungen basieren. Der tatsächliche Materialverbrauch kann auf der Baustelle jedoch abweichen. Deshalb empfehlen wir, bei der Materialplanung grundsätzlich eine ausreichende Verarbeitungsreserveeinzuplanen. Ein Mehrverbrauch kann beispielsweise durch die Beschaffenheit und Saugfähigkeit des Untergrundes, Unebenheiten und Vorarbeiten, Ecken und Kanten sowie durch die verwendete Glättkelle und die individuelle Verarbeitungstechnik entstehen. Auch geringe Materialreste im Eimer oder am Werkzeug sowie unvermeidbare Verluste während der Verarbeitung und Reinigung sollten berücksichtigt werden.

Besonders bei der ersten Verarbeitung von Mikrozement ist es sinnvoll, nicht exakt auf den theoretischen Quadratmeterverbrauch zu bestellen. Eine kleine Materialreserve sorgt dafür, dass die Arbeiten ohne Unterbrechung abgeschlossen werden können. Für eine möglichst realistische Materialplanung nutzen Sie unseren Mikrozement Verbrauchsrechner. Dort können Sie Ihre Fläche berechnen und die benötigte Materialmenge einschließlich einer passenden Reserve ermitteln.

Die angegebenen Verbrauchsrichtwerte sind individuell. Wir haben den Verbrauch technisch und praktisch geprüft. Dennoch kann es sein, dass Sie mehr Material pro Quadratmeter verbrauchen als wir angegeben haben. Das kann folgende Gründe haben: Untergrund, Saugfähigkeit des Untergrundes, Farbe des Untergrundes, verwendetes Werkzeug / Glätter, Umgebungstemperatur. Wir empfehlen daher, dass Sie sich lieber etwas mehr Material bestellen, vor allem, wenn Sie die Verarbeitung eigenständig und zum ersten Mal ausführen. Falls Sie nur 1-2 m2 mehr benötigen, können Sie einfach ein paar einzelne KG Base und Finish dazuzustellen.

Mikrozement BASE auftragen: die Grundlage für eine stabile Oberfläche

Mikrozement SD BASE bildet die Grundschicht für die anschließende Gestaltung mit FINISH. In diesem Schritt geht es noch nicht um Farbe oder Effekte: Die BASE soll eine möglichst gleichmäßige, glatte und geschlossene Fläche schaffen. Je sorgfältiger Sie hier arbeiten, desto leichter lassen sich die folgenden FINISH-Schichten auftragen.

Mischen Sie nur so viel BASE an, wie Sie innerhalb der Verarbeitungszeit auftragen können. Für den Auftrag mit dem Glätter beträgt das Mischverhältnis vier Gewichtsteile BASE-Pulver zu einem Gewichtsteil sauberem Wasser. Rühren Sie die Masse gründlich an, lassen Sie sie drei bis fünf Minuten stehen und rühren Sie anschließend erneut. Notieren Sie das Mischverhältnis, wenn Sie mehrere Teilmengen ansetzen.

Mikrozement Anleitungen

Verwenden Sie einen sauberen, möglichst starren venezianischen Glätter. Tragen Sie die BASE dünn auf und ziehen Sie sie etwa in Kornstärke ab. Führen Sie den Glätter in ruhigen, leicht überlappenden Bewegungen über die Fläche. Vermeiden Sie Materialwülste an den Werkzeugkanten, Riefen und offene Stellen. Reinigen Sie den Glätter regelmäßig, damit angetrocknete Reste keine Spuren in der frischen Schicht hinterlassen.

Wenn die BASE angezogen hat, aber noch bearbeitbar ist, können Sie sie bei Bedarf mit einem feinen Sprühnebel aus sauberem Wasser leicht anfeuchten und mit dem Glätter nachglätten. So lassen sich kleine Unebenheiten reduzieren und Poren schließen. Ist die Schicht bereits erhärtet, können störende Erhöhungen geschliffen werden; entfernen Sie den Schleifstaub anschließend gründlich.

Lassen Sie die BASE vor dem nächsten Arbeitsschritt ausreichend trocknen. Als Richtwert nennt das technische Datenblatt etwa zwölf Stunden; die tatsächliche Dauer hängt unter anderem von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Danach beginnt der Auftrag der ersten FINISH-Schicht.

Mikrozement SD mit oder ohne BASE: Welches Set passt?

Ob Sie vor dem FINISH eine BASE-Schicht auftragen, hängt vom Einsatzbereich und von der fertigen Oberfläche des Untergrunds ab. Jeder Untergrund muss bereits fest, tragfähig und stabil sein. BASE ersetzt keinen mangelhaften Untergrund. Entscheidend ist außerdem, ob die Fläche glatt, eben und geschlossen genug für den direkten FINISH-Auftrag ist.

Mikrozement FINISH auftragen: fein spachteln und Farbe gestalten

Mikrozement SD FINISH ist die sichtbare Gestaltungsschicht. Das besonders feine Material mit einer Korngröße von 20 µm lässt sich sehr dünn aufziehen und an Übergängen nahezu auf null ausziehen. Es dient der dekorativen Oberflächengestaltung, nicht dem Ausgleich größerer Unebenheiten. Darunter liegt eine feste, tragfähige, trockene, saubere und sehr ebene Fläche – gewöhnlich die vorbereitete BASE oder einer der zuvor beschriebenen geeigneten Aufbauten ohne BASE.

Rühren Sie nur die Menge an, die Sie verarbeiten können. Die Masse soll cremig, geschmeidig und leicht klebrig sein: Sie bleibt auf dem Glätter liegen, läuft nicht herunter und lässt sich dennoch dünn verteilen. Saubere Werkzeuge und ein gleichmäßiges Mischverhältnis sind besonders wichtig, weil sich Unterschiede in der feinen Oberfläche später zeigen können.

Drei Wege zur gewünschten Farbe

Welche Farbe Ihre Mikrozementoberfläche erhält, entscheiden Sie vor dem Auftrag der ersten FINISH-Schicht. Dafür stehen drei Wege zur Wahl: eine bereits eingefärbte Fertigmasse, Mikrozement SD FINISH mit unseren SD-Pigmenten oder FINISH mit MIXOL-Abtönkonzentrat. Wer das FINISH selbst pigmentiert, kann den Farbton gezielt dosieren, auf einer Musterfläche prüfen und für die zweite Schicht wiederholen – oder bewusst mit einer weiteren Farbe gestalten.

Der einfache Standardauftrag in zwei Schichten

Tragen Sie die erste FINISH-Schicht mit einem sauberen venezianischen Glätter sehr dünn und gleichmäßig auf. Arbeiten Sie die Fläche fortlaufend und halten Sie die Werkzeugkante frei von angetrocknetem Material. Ziel ist eine geschlossene, möglichst ruhige Grundlage – eine dicke Spachtelschicht ist hier weder nötig noch erwünscht.

Nach ausreichender Trocknung folgt die zweite FINISH-Schicht. Für eine homogene Oberfläche verwenden Sie denselben Farbton und tragen das Material auf dieselbe ruhige Weise nochmals dünn auf. Damit ist der grundlegende Mikrozementauftrag abgeschlossen. Vor der Nutzung erhält die fertige Oberfläche die zum Einsatzbereich passende Versiegelung; deren vollständiger Ablauf steht in unserer gesonderten Anleitung.

Und wenn die Fläche mehr als gleichmäßig sein soll? Mit der zweiten FINISH-Schicht beginnen die kreativen Möglichkeiten: Werkzeugführung, Schichtstärke, Druck und gezielt kombinierte Farbtöne können jeder Fläche eine eigene Handschrift geben. Die folgenden Praxisbeispiele zeigen Schritt für Schritt, wie unterschiedliche Strukturen und Effekte entstehen.

FINISH gestalten: Werkzeugführung und erste Oberflächeneffekte

Die erste FINISH-Schicht schafft eine möglichst geschlossene Grundlage. Bei der zweiten Schicht entscheiden Werkzeug, Druck und Bewegungsrichtung darüber, ob die Fläche ruhig bleibt oder eine sichtbare Handschrift erhält. Bevor Sie einen Effekt auf der gesamten Fläche umsetzen, probieren Sie ihn auf einer Musterplatte mit dem vorgesehenen Farbton und Werkzeug aus.

Den Glätter richtig ansetzen

Setzen Sie die Kellenkante möglichst nicht mitten in eine frisch aufgetragene FINISH-Schicht. Der erste Kontakt kann eine sichtbare Linie in das nasse Material drücken. Beginnen Sie stattdessen an einer Kante, einem Übergang oder auf einem noch freien Bereich. Führen Sie den Glätter von dort mit halbrunden oder leicht wellenförmigen Bewegungen über die Fläche und überlappen Sie den angrenzenden, noch nassen Auftrag.

Arbeiten Sie fortlaufend nass in nass. Sobald ein Abschnitt anzieht, lassen sich seine Spachtelzüge nicht beliebig verschieben oder unsichtbar überarbeiten. Halten Sie außerdem die Kellenkante sauber, damit angetrocknete Reste keine Riefen erzeugen.

Welcher Glätter passt zur zweiten Schicht?

Für eine ruhige, gleichmäßige Fläche können Sie einen venezianischen Standardglätter verwenden. Für einen besonders dünnen, lasierenden oder frei geführten zweiten Auftrag bevorzugen wir dagegen einen stark flexiblen Glätter mit etwa 0,3 mm dünnem Blatt und einer Länge um 200 mm. Für kleinere Formen eignet sich auch ein entsprechend biegsames Spachtelmesser.

Das flexible Blatt folgt der Handbewegung und erleichtert einen sehr dünnen Auftrag. Die Blattstärke allein bestimmt das Ergebnis jedoch nicht: Auch die aufgenommene Materialmenge, die Kellenhaltung und der Druck prägen die Oberfläche.

1. Homogen: zweimal derselbe Farbton

Tragen Sie die erste FINISH-Schicht dünn und gleichmäßig auf. Nach ausreichender Trocknung folgt die zweite Schicht im gleichen Farbton. Verteilen Sie das Material in ruhigen, sich überlappenden Zügen und ziehen Sie Überschüsse ab. Halten Sie Druck und Bewegungsablauf möglichst gleichmäßig.

So entsteht eine geschlossene Oberfläche ohne bewusst gesetzte Farbwechsel oder starke Kontraste. Sie bleibt handgespachtelt, wirkt insgesamt aber ruhig. Das ist die einfachste Variante und zugleich die Vergleichsfläche für alle folgenden Effekte.

2. Marmoreffekt: dunkle Zeichnung durch stärkeres Glätten

Auch bei dieser Variante werden beide FINISH-Schichten im gleichen Farbton aufgetragen. In der zweiten Schicht führen Sie den Edelstahlglätter an ausgewählten Stellen flacher und mit mehr Druck über die Oberfläche. Wiederholte Züge können die Bereiche zunehmend dunkel zeichnen.

Dieser Effekt lässt sich insbesondere bei Grautönen einsetzen. Entscheiden Sie bereits auf der Musterfläche, wie stark die Zeichnung sein soll: Wenige Züge können eine leichte graue Schattierung ergeben; häufiges kräftiges Nachglätten kann deutlich dunklere Stellen hervorbringen. Bei farbigem FINISH kann der graue Abrieb störend wirken. Deshalb sollte er dort nicht unbeabsichtigt entstehen.

3. Glatt, aber ohne dunkle Werkzeugspuren

Soll die zweite Schicht glatt und farblich möglichst unverändert bleiben, führen Sie die Kelle weniger flach und mit geringerem Druck. Vermeiden Sie wiederholtes kräftiges Reiben auf derselben Stelle.

Gerade bei weißem, hellem oder farbigem FINISH empfiehlt sich ein Glätter, den der Hersteller ausdrücklich für Oberflächen ohne schwarze Werkzeugspuren ausweist. Eine polierte Edelstahloberfläche allein ist noch keine verlässliche Zusage für Abriebfreiheit. Prüfen Sie den gewählten Glätter zusammen mit dem FINISH auf einer Musterfläche, bevor Sie die eigentliche Fläche bearbeiten.

4. Zwei ähnliche Farbtöne übereinander spachteln

Tragen Sie die erste FINISH-Schicht in dem Farbton auf, der später im Hintergrund sichtbar sein soll. Nach ausreichender Trocknung folgt eine zweite, etwas hellere Farbe. Spachteln Sie diese Schicht sehr dünn mit einem flexiblen Glätter auf.

Führen Sie das Werkzeug in unterschiedlich langen, leicht gebogenen Zügen. So entsteht eine lebendige Fläche, auf der beide Farben zusammenwirken. Arbeiten Sie abschnittsweise nass in nass: Beginnen Sie einen Zug auf noch freier Fläche und führen Sie ihn überlappend in den nassen Auftrag. Setzen Sie die Kellenkante möglichst nicht mitten in bereits aufgetragenes FINISH.

Wir bevorzugen bei dieser Technik hell auf dunkel. Wird dunkel auf hell gearbeitet, kann die Zeichnung schnell unruhig oder schmutzig wirken. Wie groß der Farbunterschied sein soll, lässt sich am besten an einer Musterfläche entscheiden.

5. Wolkeneffekt durch kontrolliertes Durchschleifen

Für diesen Effekt wird die hellere zweite FINISH-Schicht zunächst aufgetragen und vollständig trocknen gelassen. Anschließend schleifen Sie sie stellenweise vorsichtig an, bis der dunklere Farbton der ersten Schicht sichtbar wird. Die Wolken entstehen also nach dem Spachteln durch gezielten Materialabtrag.

Verwenden Sie dafür einen drehzahlregelbaren Exzenterschleifer mit angeschlossener Absaugung. Je nach Fläche kommen Schleifteller mit 125 oder 150 mm Durchmesser infrage. Wir beginnen bei dieser Gestaltung mit Körnung 120und prüfen den Abtrag an einer Musterstelle. Bei Bedarf wird mit einer höheren Körnungszahl feiner weitergearbeitet. Schleifpapier unter Körnung 80 verwenden wir hierfür nicht, um grobe Riefen zu vermeiden.

Führen Sie den Schleifer gleichmäßig über größere Bereiche. Treten Sie regelmäßig zurück und betrachten Sie die gesamte Fläche: Arbeiten Sie die Wolken schrittweise heraus, statt einzelne Stellen vollständig fertigzuschleifen, während der Rest noch unbearbeitet ist.

Nach dem Schliff wird die Fläche gründlich abgesaugt. Streichen Sie anschließend mit einem sauberen schwarzen Handschuh über mehrere Stellen. Zeigt der Handschuh noch hellen Schleifstaub, muss weiter entstaubt werden. Die geschliffene, staubfreie Fläche wird vor dem nächsten Arbeitsschritt erneut mit der vorgesehenen Grundierung behandelt. Beachten Sie deren Trocknungsvorgabe.

6. Wolkeneffekt durch lasierendes Spachteln

Bei dieser Variante entsteht die Wolkenzeichnung während des Auftrags. Spachteln Sie eine hellere zweite FINISH-Schicht mit einem sehr flexiblen Werkzeug auf die getrocknete dunklere Grundschicht. Das Material wird für diese Technik so eingestellt, dass es sich geschmeidig und besonders dünn führen lässt. Die passende Konsistenz ermitteln Sie auf einer Musterfläche; eine pauschale zusätzliche Wassermenge lässt sich dafür nicht angeben.

Arbeiten Sie mit bewusst gesetzten halbrunden oder wellenförmigen Zügen. Die Stärke des Auftrags und Ihre Handbewegung bestimmen, wie deutlich die dunklere Schicht durchscheint. Beginnen Sie an einer Kante oder auf noch freier Fläche und führen Sie den Zug überlappend in den nassen Bereich.

Planen Sie jeden Zug, bevor Sie die Kelle aufsetzen. Die dünne Schicht zieht an; ein bereits gezeichneter Bereich lässt sich dann nicht beliebig hin und her verschieben, ohne seine Wirkung oder die Übergänge zu verändern. Arbeiten Sie deshalb in überschaubaren Abschnitten und halten Sie deren Verbindungen nass in nass.

7. Mehrfarbig und deckend nass in nass spachteln

Legen Sie zuerst fest, welcher Farbton die Gestaltung im Hintergrund dominieren soll. Tragen Sie ihn bereits als erste FINISH-Schicht auf. Für die zweite Schicht bereiten Sie denselben Basiston und die zusätzlichen Farben getrennt vor. Notieren Sie die Mischungen, damit ausreichend Material in gleichbleibenden Farbtönen verfügbar ist.

Beginnen Sie die zweite Schicht mit der Basisfarbe. Geben Sie eine weitere Farbe auf einen angrenzenden, noch bearbeitbaren Bereich und verbinden Sie beide mit wenigen bewussten Kellenzügen. Reinigen Sie das Werkzeug nach jedem Zug, wenn die Farbbereiche klar erkennbar bleiben sollen. Mit einer frisch aufgenommenen Portion Basisfarbe können Sie anschließend wieder an den kräftigeren Farbton andocken.

Arbeiten Sie von Abschnitt zu Abschnitt nass in nass. Die Übergänge müssen gestaltet werden, solange das angrenzende Material noch bearbeitbar ist. Zu viele Züge auf derselben Stelle vermischen die Farben stärker, als für die geplante Zeichnung gewünscht sein kann.

8. Marmor-, Naturstein- und Streifenoptik

Diese Gestaltung entwickelt die mehrfarbige Technik weiter. Legen Sie in der zweiten FINISH-Schicht zunächst die Basisfarbe an. Setzen Sie dann mit einem kleineren flexiblen Werkzeug einen schmalen oder breiten Streifen in einem kräftigeren Ton daneben. Nehmen Sie wieder Basisfarbe auf und führen Sie die Kelle vom freien Bereich aus an den Farbstreifen heran.

Durch Richtung, Länge und Schwung des Zuges verbreitern Sie den Streifen, brechen seine Kante auf oder ziehen ihn als weichere Form weiter. Wiederholen Sie das gezielt an ausgewählten Stellen. Lassen Sie zwischen auffälligen Bereichen auch ruhigere Flächen stehen, damit die Zeichnung erkennbar bleibt.

Reinigen Sie die Kelle zwischen verschiedenen Farben. Gestalten Sie die Übergänge fortlaufend nass in nass und betrachten Sie zwischendurch die gesamte Fläche. So können Oberflächen entstehen, die an Marmor, Naturstein oder Stuck Veneziano erinnern und zugleich eine eigene Spachtelhandschrift zeigen.

9. Feine Adern und Linien nach dem Trocknen ergänzen

Ist die gestaltete FINISH-Fläche trocken, können Sie die Zeichnung mit feinen Details ergänzen. Mischen Sie dafür kleine Mengen FINISH in getrennten Bechern in den gewünschten Farbtönen an. Ein feiner Pinsel eignet sich für schmale Adern; mit einem kleinen Künstlerspachtel lassen sich kräftigere Linien oder unterbrochene Spuren setzen.

Orientieren Sie die neuen Linien an den bereits vorhandenen Formen. Beginnen Sie auf einer Musterfläche, um Farbkontrast, Strichbreite und Konsistenz zu prüfen. Tragen Sie die Details dünn auf und lassen Sie sie vor dem folgenden Arbeitsschritt trocknen. Die endgültige Wirkung beurteilen Sie an einem Muster, das auch die vorgesehene Versiegelung erhalten hat.

10. Freie künstlerische Gestaltung

Mit mehreren FINISH-Farben, kleinen Künstlerspachteln und weichen Flachpinseln lässt sich die Fläche über Stein- und Wolkeneffekte hinaus gestalten. Größere Formen können nass in nass gespachtelt werden; feine Konturen oder Adern lassen sich anschließend gezielt ergänzen. So wäre auch ein zusammenhängendes Bildmotiv auf einer Wandfläche denkbar.

Skizzieren Sie das Motiv und seine wichtigsten Farbbereiche zunächst auf einer Musterplatte. Entscheiden Sie, welche Formen ineinander übergehen und welche klar voneinander getrennt bleiben sollen. Bereiten Sie kleine, dokumentierte Farbmischungen vor und halten Sie die Werkzeuge sauber. Bei einem Motiv an einer Duschwand muss der für diesen Bereich vorgesehene vollständige Systemaufbau einschließlich Versiegelung erhalten bleiben.

Mikrozement FINISH korrigieren: Ansätze, Fehlstellen und unerwünschte Effekte

Nicht jede Unregelmäßigkeit muss sofort beseitigt werden. Frisches FINISH, eine getrocknete Fläche und eine bereits versiegelte Oberfläche erfordern unterschiedliche Vorgehensweisen. Beurteilen Sie eine Farbwirkung nach Möglichkeit erst an der trockenen Fläche. Größere Korrekturen sollten vor der PU-Versiegelung erfolgen.

Solange das FINISH noch nass und bearbeitbar ist

Eine kleine Fehlstelle können Sie mit wenig frischem Material schließen und den Auftrag dünn in die angrenzende, noch nasse Schicht auslaufen lassen. Halten Sie die Kellenkante sauber und führen Sie das Werkzeug vom freien Bereich aus über die Fehlstelle. So vermeiden Sie, mitten im frischen Material eine neue Ansatzkante einzudrücken.

Dasselbe gilt für Übergänge zwischen Arbeitsabschnitten: Verbinden Sie sie nass in nass. Ist ein Rand bereits angezogen, lässt er sich nicht zuverlässig durch wiederholtes Hin- und Herschieben unsichtbar machen. Bearbeiten Sie einen solchen Bereich nicht immer weiter, sondern lassen Sie ihn trocknen und entscheiden Sie danach über die Korrektur.

Wenn eine Ansatzkante sichtbar geworden ist

Prüfen Sie nach dem Trocknen zuerst, ob die Kante lediglich farblich auffällt oder auch fühlbar erhaben ist. Eine erhabene Stelle kann vorsichtig eingeebnet werden. Bearbeiten Sie dabei nicht nur einen winzigen Punkt: Ein isolierter Schliff kann später ebenso sichtbar sein wie die ursprüngliche Kante.

Nach jedem Schliff wird die Fläche gründlich abgesaugt, auf Staubfreiheit geprüft und erneut grundiert. Verwenden Sie die für den weiteren Mikrozement-SD-Aufbau vorgesehene Grundierung und beachten Sie deren Trocknungsvorgabe. Erst danach folgt eine weitere dünne FINISH-Schicht, falls die Optik oder die geschlossene Oberfläche dies erfordert.

Unerwünschter grauer Metallabrieb

Entstehen beim Glätten dunkle Werkzeugspuren, reduzieren Sie zunächst Druck und flachen Kellenwinkel. Prüfen Sie auch, ob Material an der Kellenkante haftet. Für den weiteren Auftrag können Sie auf einen Glätter wechseln, den der Hersteller ausdrücklich für helle Oberflächen ohne schwarze Werkzeugspuren ausweist.

Ist die Verfärbung bereits sichtbar, beurteilen Sie sie nach dem Trocknen. Je nach Stärke kann ein vorsichtiger, zuvor getesteter Eingriff genügen oder eine weitere dünne FINISH-Schicht erforderlich sein. Reiben Sie eine verfärbte Stelle nicht unkontrolliert immer wieder nass ab: Dabei kann sich auch die gewollte Farbzeichnung verändern. Testen Sie die gewählte Korrektur zuerst auf einer Musterfläche.

Kleine Poren, Riefen und Fehlstellen

Einzelne Vertiefungen lassen sich vor der Versiegelung mit einer kleinen Menge FINISH nacharbeiten. Ziehen Sie das Material dünn ab und prüfen Sie nach der Trocknung, ob sich Farbton und Werkzeugzeichnung in die Umgebung einfügen.

Bei größeren oder gut sichtbaren Bereichen ist eine punktuelle Ausbesserung nicht automatisch unsichtbar. Häufig wirkt eine zusätzliche dünne Schicht über einen zusammenhängenden Flächenabschnitt ruhiger als mehrere voneinander getrennte Reparaturpunkte. Halten Sie dafür die ursprüngliche Farbmischung schriftlich fest.

Wenn Farbe oder Effekt insgesamt nicht gefallen

Solange noch keine PU-Versiegelung aufgetragen wurde, kann die Oberfläche mit einer weiteren dünnen FINISH-Schicht neu gestaltet werden. So lassen sich ein Farbton verändern, unruhige Übergänge beruhigen oder ein anderer Effekt aufbauen. Mehr als zwei FINISH-Schichten sind damit als gestalterische oder korrigierende Maßnahme möglich; die weiteren Schichten werden ebenfalls dünn aufgetragen.

Prüfen Sie vor dem erneuten Auftrag, ob die vorhandene Oberfläche trocken, fest und sauber ist. Wurde sie zur Vorbereitung geschliffen, gilt wieder die Reihenfolge: schleifen → absaugen → Staubfreiheit prüfen → grundieren → Grundierung trocknen lassen → FINISH auftragen.

Staubkontrolle nach dem Schleifen

Absaugung am Exzenterschleifer verringert den Schleifstaub, ersetzt die anschließende Reinigung aber nicht. Saugen Sie die Fläche vollständig ab, auch an Rändern und Anschlüssen. Streichen Sie mit einem sauberen schwarzen Handschuh über mehrere Bereiche. Hinterlässt die Oberfläche noch hellen Staub auf dem Handschuh, reinigen Sie sie erneut. Erst die staubfreie Fläche wird grundiert.

Wenn die Fläche bereits versiegelt ist

Soll lediglich eine intakte PU-Versiegelung erneuert werden, gelten die Arbeitsschritte der gesonderten Versiegelungsanleitung. Soll dagegen die Farbe oder Gestaltung des FINISH verändert werden, muss zuerst die vorhandene Versiegelung auf dem zu überarbeitenden Flächenabschnitt vollständig entfernt werden. Ein bloßes Anschleifen für eine weitere PU-Schicht ist dafür nicht dasselbe.

Schleifen Sie die Versiegelung kontrolliert ab und prüfen Sie anschließend die freigelegte Mikrozementfläche. Beschädigte oder unebene Stellen werden vor dem neuen Auftrag instand gesetzt. Saugen Sie die Fläche gründlich ab und kontrollieren Sie mit einem sauberen schwarzen Handschuh, ob noch Schleifstaub zurückbleibt.

Danach wird die staubfreie, freigelegte Fläche mit der für den weiteren Mikrozement-SD-Aufbau vorgesehenen Grundierung behandelt. Lassen Sie diese gemäß Produktvorgabe trocknen. Tragen Sie anschließend die neue FINISH-Gestaltung dünn auf. Erst wenn sie ausreichend getrocknet ist, wird die Fläche mit dem für den Einsatzbereich vorgesehenen PU-System erneut vollständig versiegelt.

Ablauf: Versiegelung entfernen → Mikrozementfläche prüfen und gegebenenfalls instand setzen → absaugen → Staubfreiheit kontrollieren → grundieren → FINISH neu gestalten → nach Trocknung erneut versiegeln.

Mikrozement auftragen und versiegeln

Tragen Sie das Microzement Base und FINISH auf den vorbereiteten Untergrund auf.

Microzement versiegeln

Um das Mikrozement zu versiegeln, benötigen Sie eine hochwertige Lackwalze oder eine Mikrofaserwalze. Nutzen Sie ein Klebeband um die kleinen Flusen und Härchen von der Produktion zu entfernen. Sie können die Rollen vorher auch waschen und trocknen. Wiegen Sie nur so viel Siegel ab, dass Sie eine Schicht auf die Oberflächen auftragen können. Der Siegel ist sehr ergiebig. Im Set ist in der Regel ein wasserbasierter zwei komponentiger PU-Siegel enthalten. Mischen Sie den Siegel, so wie es im technischen Datenblatt steht. Tragen Sie lückenlos den Siegel auf die Oberfläche auf, ohne ihn trocken zu rollen. Halten Sie den angemischten Siegel in einem luftdicht verschlossenen Behälter, damit er nicht während der Arbeit eine Haut bildet. Mischen Sie lieber immer frischen Siegel an, als welchen zu verschwenden. Nach der Trocknung der ersten Schicht können Sie die zweite Schicht Siegel auftragen. In der Regel nach 12-24 Stunden.

Wir bieten in unseren Mikrozement SETs PRO zu dem 2K PU W Matt Siegel auch einen Sealer an. Der Sealer ist eine spezielle Vorgrundierung, die zuerst auf das fertige Mikrozement SD Finish hauchdünn fein aufgerollt wird. Nachdem sie getrocknet ist, können Sie mit dem wasserbasierten 2K PU W Matt beginnen.

Vermeiden Sie mechanische oder chemische Beschädigungen der Oberfläche. Sie können die Oberfläche immer nach leichten anschleifen mit einem PU-Siegel erneut schützen.

Wichtiger Hinweis:

Wir erweitern stetig unsere Mikrozement Anleitungen. Die Menge in den Sets reicht immer nur für die angegebene Fläche aus, wenn der Untergrund eben ist. Achten Sie darauf, dass Sie kein Material verschwenden oder zu viel an mischen. Falls Sie dennoch zu viel an gemischt haben, sollten Sie das Material luftdicht geschlossen halten und kühler abstellen. Je wärmer die Umgebung, desto schneller trocknet das Material. Ich empfehle Ihnen in warmen Zeiten nicht über 25 Grad Celsius zu arbeiten und im Sommer sehr früh morgens die Schritte zu erledigen. Vermeiden Sie hohe Luftfeuchtigkeit, vermeiden Sie Zugluft und vermeiden Sie eine hohe Oberflächentemperatur, sowie direkte Sonneneinstrahlung oder Temperaturschwankungen, sowie punktuelle ungleichmäßige Wärme. Im Winter sollten Sie nicht unter 10 Grad Celsius arbeiten. Achten Sie bitte darauf, dass zu hohen Temperaturen eine zu schnelle Trocknung veranlassen, was zu Rissen führen kann. Für die Materialien gibt es in den technischen Datenblätter die Hinweise zur Verarbeitung. Grundsätzlich müssen Sie immer die technischen Datenblätter lesen und sollten bei Fragen mich immer kontaktieren. Tragen Sie immer entsprechende Schutzausrüstung die grundsätzlich beim Arbeiten mit Lacken und Zementen nötig sind. Halten Sie bitte immer das Material fern von Kindern und Tieren und ungeschulten Personen, die keinen sachgemäßen, sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit der Bauchemie gewährleisten können.

DIY Mikrozement in Youtube

UNSERE MIKROZEMENT DIY ANLEITUNGEN ZUM SELBER MACHEN. Verschiedene Projekte Für Ihr Zuhause mit Mikrozement.

In unseren Videos zeigen wir Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt Mikrozement SD verarbeiten können. Unsere Videos enthalten verschiedene Techniken, Effekte und Tricks. Unser Mikrozement SD kann sauber angeklebt werden und man erhält eine saubere Kante. Ziehen Sie das Klebeband immer erst ab, wenn die Fläche trocken und fertig ist und bevor Sie den PU-Siegel auftragen, damit Sie über die Kante versiegeln können. Wir beraten Sie immer bei jeder Ausführung.

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Unsere Technischen Datenblätter sind umgezogen. Das hat einen wichtigen Grund! So können wir an zentraler Stelle unsere Daten einfacher für Sie aktualisieren!

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Das technische Datenblatt zur V17 Verdünnung in Zusammenhang mit RUCOPUR zu verwenden.