Inhaltsverzeichnis & Themenübersicht
Mikrozement Untergrund vorbereiten: Der richtige Untergrund entscheidet
Ein hochwertiger Mikrozementaufbau beginnt lange vor der ersten Schicht Mikrozement. Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, muss zunächst Unebenheiten, beschädigte Bereiche, Fugen, Höhenunterschiede und ungeeignete Oberflächen beurteilen. Ziel ist ein fester, tragfähiger und ausreichend ebener Untergrund, auf dem der weitere Systemaufbau sicher erfolgen kann.
Welche Materialien dafür geeignet sind, hängt von der vorhandenen Fläche und der jeweiligen Aufgabe ab. Eine ausgetretene Treppenstufe stellt andere Anforderungen als eine geflieste Wand, ein beschädigter Estrich oder eine größere Bodenfläche, die vollständig nivelliert werden soll. Deshalb gibt es nicht die eine Spachtelmasse oder Grundierung für jeden Anwendungsfall.
In dieser Profi-Anleitung zeigen wir ausführlich, wie Sie den Mikrozement Untergrund vorbereiten und welche Lösungen von ARDEX, Sopro und SCHÖNOX für unterschiedliche Anwendungen infrage kommen. Wir betrachten standfeste Reparatur- und Spachtelmassen ebenso wie selbstnivellierende Ausgleichsmassen, geeignete Grundierungen und Haftbrücken sowie den sinnvollen Einsatz von Armierungsgewebe.
Dabei vergleichen wir nicht einfach einzelne Produkte. Entscheidend ist die Frage: Welches Material eignet sich für welchen Untergrund, welche Schichtstärke und welche Aufgabe? Wer den Mikrozement Untergrund vorbereitenwill, sollte zuerst diese Grundlagen verstehen – anschließend wird die Auswahl des passenden Materials deutlich einfacher.
Standfeste Spachtelmassen für die Untergrundvorbereitung
Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, muss nicht zwangsläufig die gesamte Fläche neu verspachteln. Entscheidend ist zunächst der vorhandene Untergrund und welche Aufgabe die Vorbereitung erfüllen soll. Müssen Unebenheiten ausgeglichen, Treppenstufen aufgebaut, Ausbrüche geschlossen oder Gefälle modelliert werden, sind standfeste Spachtel- und Ausgleichsmassen besonders interessant.
Im Gegensatz zu selbstnivellierenden Produkten bleiben diese Materialien dort stehen, wo sie aufgetragen werden. Dadurch lassen sich nicht nur ebene Flächen herstellen, sondern beispielsweise auch Kanten, Stufen, Übergänge und Gefälle gezielt modellieren. Je nach Produkt sind dabei sehr unterschiedliche Schichtdicken möglich. Beispielsweise ist ARDEX A 46 für 2–30 mm vorgesehen; Sopro RAM 3 ermöglicht bei vollflächigem Auftrag 3–60 mm und ist ausdrücklich auch für Gefälle und Treppenanlagen ausgewiesen.
Warum nicht einfach Fliesenkleber oder Armierungsmörtel verwenden?
Nur weil sich ein zementäres Material spachteln lässt, ist es noch lange keine geeignete Spachtelmasse. Fliesenkleber, Armierungsmörtel und andere Baustoffe sollten nicht allein deshalb zweckentfremdet werden, weil sie gerade vorhanden sind oder sich gut aufziehen lassen.
Ein Fliesenkleber ist in erster Linie zum Verkleben eines Belags formuliert. Eine ausgewiesene Spachtel- oder Reparaturmasse ist dagegen für Aufgaben wie Ausgleichen, Füllen, Modellieren oder die Herstellung definierter Schichtdicken entwickelt. Produkte unterscheiden sich außerdem erheblich bei zulässiger Schichtstärke, Festigkeit, Trocknung, Schwindverhalten, Wasserbeanspruchung und geeigneten Untergründen.
Gerade unter einer dünnen dekorativen Beschichtung können Fehler im Untergrund später sichtbar oder technisch relevant werden. Ungeeignete Materialien oder falsch ausgeführte Schichten können unter anderem zu mangelnder Haftung, Rissen, Ablösungen, ungleichmäßiger Trocknung oder einer nicht ausreichend belastbaren Oberflächeführen.
Deshalb gilt beim Mikrozement Untergrund vorbereiten: Nicht danach auswählen, welches Material sich irgendwie verspachteln lässt, sondern danach, wofür der Hersteller das Produkt vorgesehen hat und ob seine Eigenschaften zum konkreten Aufbau passen.
Mineralisch ausgleichen – oder ist das gar nicht notwendig?
Nicht jede Fläche benötigt eine dickere mineralische Ausgleichsschicht. Ist ein vorhandener Untergrund bereits eben, fest und tragfähig, kann je nach Untergrund und geplantem System auch eine geeignete Epoxidharz-Haftbrücke mit Quarzsandabstreuung eine Alternative darstellen. Der Quarzsand erzeugt dabei eine griffige Oberfläche für die nachfolgenden Schichten.
Das ist eine wichtige Unterscheidung: Eine Epoxid-Haftbrücke ersetzt keinen notwendigen Höhenausgleich und repariert keinen mangelhaften Untergrund. Wenn jedoch nichts ausgeglichen oder modelliert werden muss, sollte auch nicht automatisch eine zusätzliche dicke mineralische Schicht eingebaut werden.
Auf dieser Seite betrachten wir deshalb beide Wege: mineralische Untergrundvorbereitung mit geeigneten Spachtel- und Ausgleichsmassen sowie alternative Haftbrücken für bereits ausreichend geeignete Untergründe.
Standfeste Spachtelmassen: kontrolliert ausgleichen und modellieren
Standfeste Spachtelmassen sind besonders wichtig, wenn wir den Mikrozement Untergrund vorbereiten und das Material nicht selbstständig verlaufen darf. Typische Anwendungen sind Wandflächen, Treppen und Podeste, Kanten, lokale Vertiefungen sowie Flächen, auf denen gezielt ein Gefälle hergestellt werden soll.
Auch auf Böden können standfeste Spachtelmassen eingesetzt werden. Bei größeren ebenen Bodenflächen stellt sich allerdings die Frage, ob eine selbstnivellierende Ausgleichsmasse nicht die wirtschaftlichere und einfacher zu egalisierende Lösung ist. Diese Produktgruppe behandeln wir deshalb später separat.
Die Vorteile standfester Spachtelmassen
Der entscheidende Vorteil liegt in der Kontrolle über das Material. Die Masse bleibt dort, wo sie mit der Kelle aufgebracht und modelliert wird. Dadurch können Höhen gezielt verändert, Vertiefungen geschlossen, Übergänge angearbeitet, Treppenstufen aufgebaut und Gefälle hergestellt werden.
Je nach ausgewähltem Produkt kommen weitere Vorteile hinzu. Dazu können hohe mögliche Schichtdicken, schnelle Erhärtung, gute Modellierbarkeit oder die Möglichkeit gehören, Wand und Boden mit demselben Material zu bearbeiten.
Gerade wenn wir den Mikrozement Untergrund vorbereiten, ist diese Flexibilität interessant. Der Untergrund kann gezielt an den Stellen bearbeitet werden, an denen tatsächlich ein Ausgleich erforderlich ist, anstatt zwangsläufig die gesamte Fläche mit einer zusätzlichen Schicht zu versehen.
Wo liegen die Vorteile gegenüber selbstnivellierenden Ausgleichsmassen?
Standfeste Spachtelmassen bieten einen entscheidenden Vorteil: Der Ausgleich kann gezielt dort erfolgen, wo er tatsächlich benötigt wird. Unebenheiten, Vertiefungen oder Höhenunterschiede lassen sich lokal bearbeiten, ohne zwangsläufig den gesamten Boden mit einer zusätzlichen Ausgleichsschicht anzuheben.
Das ist besonders bei Altbauten und späteren Sanierungen interessant. Türanschlüsse, angrenzende Räume oder bereits vorhandene Bodenhöhen lassen häufig nur wenig zusätzlichen Aufbau zu. Eine vollflächige selbstnivellierende Ausgleichsmasse kann hier problematisch werden, wenn dadurch das fertige Bodenniveau zu hoch ausfällt. Mit einer standfesten Masse können Übergänge dagegen gezielt angearbeitet und vorhandene Höhen besser berücksichtigt werden.
Ein weiterer Vorteil ist die Kontrolle über Form und Gefälle. Das Material läuft nicht selbstständig in die Waage. Dadurch können nicht nur ebene Bereiche hergestellt, sondern auch Gefälle, Rampen, Übergänge, Kanten und einzelne Vertiefungen gezielt modelliert werden. Gerade bei Treppen, Wandflächen, Duschen oder komplizierten Anschlussbereichen ist das ein wesentlicher Unterschied.
Auch hinsichtlich des Materialaufbaus kann die standfeste Verarbeitung Vorteile bieten. Statt eine komplette Fläche auf das Niveau des höchsten Punktes zu nivellieren, kann abhängig vom verwendeten Produkt nur dort Material aufgebaut werden, wo es tatsächlich erforderlich ist. Das kann Materialverbrauch, zusätzliche Aufbauhöhe und unnötig große Ausgleichsschichten reduzieren.
Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass eine selbstnivellierende Masse auf Böden immer die bessere Lösung ist. Besonders bei Sanierungen kann eine fachgerecht ausgeführte standfeste Spachtelung die bessere Möglichkeit sein, Ebenheit herzustellen und gleichzeitig vorhandene Anschlusshöhen und Übergänge zu erhalten.
Der wesentliche Nachteil standfester Spachtelmassen zeigt sich vor allem bei größeren Bodenflächen: Das Material nivelliert sich nicht selbst. Die Ebenheit muss vollständig durch die Verarbeitung hergestellt werden. Wer damit einen Boden für Mikrozement vorbereitet, sollte deshalb sicher mit einem großen Flächenspachtel beziehungsweise einer geeigneten Glätt- oder Abziehtechnik arbeiten können.
Die Masse muss sauber verteilt, auf die erforderliche Höhe gebracht und möglichst gleichmäßig und eben abgezogen werden. Gerade auf größeren Flächen verlangt das deutlich mehr handwerkliches Können als eine geeignete selbstnivellierende Ausgleichsmasse, die sich nach dem Verteilen weitgehend selbst in eine horizontale Ebene einstellt.
Fehler beim Abziehen können Wellen, Ansätze oder Höhenunterschiede hinterlassen. Da Mikrozement nur dünnschichtig aufgebaut wird, sollte man solche Unebenheiten nicht einfach mit dem späteren Mikrozementauftrag korrigieren wollen. Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, muss die notwendige Ebenheit bereits im Untergrund herstellen.
Bei großen zusammenhängenden Bodenflächen ist deshalb abzuwägen: Ist die vorhandene Aufbauhöhe unproblematisch und soll eine möglichst gleichmäßige Ebene hergestellt werden, kann eine selbstnivellierende Ausgleichsmasse die einfachere Lösung sein. Müssen dagegen Höhen, Türanschlüsse oder Übergänge zu angrenzenden Räumen gezielt erhalten beziehungsweise angearbeitet werden, kann die standfeste Spachtelung ihre Vorteile ausspielen.
An Wandflächen sehen wir diesen grundsätzlichen Nachteil dagegen nicht. Hier ist die Standfestigkeit gerade ein entscheidender Vorteil, weil das Material kontrolliert aufgetragen, ausgeglichen und geglättet werden kann, ohne von der Fläche abzulaufen.
Wann ist eine standfeste Spachtelmasse sinnvoll?
Eine standfeste Spachtelmasse ist immer dann besonders sinnvoll, wenn der Untergrund nicht nur oberflächlich geglättet, sondern gezielt ausgeglichen, egalisiert oder in seiner Geometrie korrigiert werden muss. Sie bietet dabei eine sehr gute Kontrolle über Materialauftrag, Schichtstärke und die Form der späteren Fläche.
Das zeigt sich beispielsweise bei einer Wand, die mit einem Richtscheit oder einer Richtlatte überprüft wird. Werden dabei größere Vertiefungen, Wellen oder andere Unebenheiten sichtbar, sollten diese nicht erst mit dem Mikrozement ausgeglichen werden. Mit einer geeigneten standfesten Spachtelmasse lässt sich der Untergrund vorher gezielt egalisieren und eine gleichmäßige Grundlage für den weiteren Aufbau herstellen.
Auch bei schwierigen oder unregelmäßigen Untergründen ist diese kontrollierte Verarbeitung ein großer Vorteil. Das Material kann genau dort aufgetragen werden, wo tatsächlich Aufbau benötigt wird. Vertiefungen lassen sich auffüllen, Übergänge anarbeiten und einzelne Bereiche gezielt korrigieren, ohne automatisch die gesamte Fläche auf ein neues Niveau bringen zu müssen.
Wer entsprechend den Herstellervorgaben arbeitet und die für Untergrund und erforderliche Schichtdicke geeignete Spachtelmasse auswählt, erhält dadurch eine sehr gut kontrollierbare Methode, um den Mikrozement Untergrund vorzubereiten. Besonders an Wänden, Treppen, Kanten, Podesten und bei der Ausbildung von Gefälle ist die Standfestigkeit ein entscheidender Vorteil.
Auch auf Böden kann diese Vorgehensweise sinnvoll sein. Gerade bei einer Sanierung können Türanschlüsse, angrenzende Räume oder bereits vorhandene Bodenhöhen verhindern, dass die gesamte Fläche mehrere Millimeter angehoben werden kann. Dann lässt sich mit einer standfesten Masse gezielt ausgleichen und an vorhandene Höhen anschließen.
Besonders sinnvoll ist eine standfeste Spachtelmasse daher überall dort, wo nicht einfach nur nivelliert, sondern bewusst ausgeglichen, modelliert, egalisiert oder an bestehende Höhen angepasst werden soll.
Warum nicht einfach Fliesenkleber oder Armierungsmörtel verwenden?
Nur weil sich ein zementäres Produkt mit einer Kelle auftragen lässt, ist es noch lange keine geeignete Spachtel- oder Ausgleichsmasse.
Ein Fliesenkleber wird in erster Linie zum Verkleben keramischer Beläge entwickelt. Auch Armierungs- und andere Mörtel besitzen jeweils einen bestimmten vorgesehenen Einsatzbereich. Eine ausgewiesene Spachtel-, Reparatur- oder Ausgleichsmasse ist dagegen gezielt für Aufgaben wie Ausgleichen, Füllen, Modellieren oder das Herstellen bestimmter Schichtstärken vorgesehen.
Die Produkte unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich zulässiger Schichtdicke, Festigkeitsentwicklung, Schwindverhalten, Trocknung, geeigneter Untergründe und vorgesehener Beanspruchung.
Gerade unter einer dünnschichtigen dekorativen Oberfläche können Fehler im Untergrund später problematisch werden. Ungeeignete Materialien oder nicht vorgesehene Schichtstärken können beispielsweise zu Rissbildung, mangelnder Haftung, Ablösungen oder einer nicht ausreichend belastbaren Oberfläche beitragen.
Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, sollte deshalb nicht danach entscheiden, welches Material sich irgendwie verspachteln lässt, sondern ob das jeweilige Produkt vom Hersteller für die konkrete Anwendung vorgesehen ist.
Mineralisch vorspachteln oder direkt eine Haftbrücke herstellen?
Eine wichtige Frage wird bei der Untergrundvorbereitung häufig übersehen: Muss die Fläche überhaupt mineralisch überspachtelt werden?
Ist ein vorhandener Untergrund bereits ausreichend eben, fest und tragfähig, besteht möglicherweise kein Grund, zunächst mehrere Millimeter mineralisches Material aufzubringen. Abhängig vom vorhandenen Untergrund und dem vorgesehenen System kann eine geeignete Epoxidharz-Grundierung mit Quarzsandabstreuung eine alternative Haftbrücke für die nachfolgenden Schichten bilden.
Der abgestreute Quarzsand erzeugt dabei eine griffige Oberfläche für den weiteren Aufbau.
Eine Epoxidharz-Haftbrücke kann allerdings keinen erforderlichen Höhenausgleich ersetzen. Sie beseitigt weder größere Unebenheiten noch beschädigte Bereiche und kann auch kein erforderliches Gefälle herstellen.
Deshalb betrachten wir auf dieser Seite beide Möglichkeiten: die mineralische Untergrundvorbereitung mit Spachtel- und Ausgleichsmassen sowie geeignete Haftbrücken für Untergründe, bei denen ein zusätzlicher mineralischer Ausgleich nicht erforderlich ist.
Nicht jede standfeste Spachtelmasse erfüllt dieselbe Aufgabe
Ein Produkt kann beispielsweise besonders gut für größere Schichtstärken und die Ausbildung eines Gefälles geeignet sein, während ein anderes seine Vorteile bei dünnen Übergängen, Reparaturstellen oder beim Einbetten einer Armierung ausspielt. Ebenso unterscheiden sich die Produkte hinsichtlich Innen- und Außenbereich, Feuchtebeanspruchung und der möglichen Verarbeitung auf Wand oder Boden.
Besonders wichtig sind dabei die Festigkeit und Tragfähigkeit des späteren Untergrundes. Mikrozement wird vergleichsweise dünnschichtig aufgebracht und benötigt darunter einen ausreichend festen und belastbaren Aufbau. Eine Spachtelmasse darf deshalb nicht zum schwachen Glied innerhalb des gesamten Schichtaufbaus werden.
Je nach Konstruktion spielt außerdem eine Rolle, wie das Material mit mechanischen Belastungen und geringfügigen Verformungen des Untergrundes umgehen kann. Druckfestigkeit, Biegezugfestigkeit und die vom Hersteller vorgesehenen Einsatzbereiche liefern hierfür wichtige Anhaltspunkte.
Entscheidend sind Einsatzbereich, Untergrund, mögliche Schichtdicke, Festigkeit, Biegezugfestigkeit, Feuchtebeanspruchung, Modellierbarkeit, Armierung und die Eignung für die nachfolgende Beschichtung.
Standfeste Spachtelmasse richtig verarbeiten – Schritt für Schritt Anleitung
Bevor die erste Spachtelmasse angerührt wird, sollte der vorhandene Untergrund genau analysiert werden. Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, muss wissen, wo Unebenheiten liegen, welche Höhen ausgeglichen werden müssen und ob vorhandene oder geplante Gefälle tatsächlich in die richtige Richtung führen.
Von der Kontrolle mit Wasserwaage, Richtscheit oder Laser über Grundierung und Materialauftrag bis zur abschließenden Prüfung der fertigen Fläche zeigen die folgenden Schritte den grundlegenden Ablauf. Dabei bleibt das Prinzip bei ARDEX A 46, Sopro RAM 3 und SCHÖNOX FS ähnlich – die jeweiligen Herstellerangaben zu Grundierung, Mischungsverhältnis, Schichtdicke und Verarbeitung bleiben jedoch maßgebend.
Maßgebend für die konkrete Ausführung sind immer die Angaben im aktuellen technischen Datenblatt des jeweils verwendeten Produkts – insbesondere zu Untergrund, Grundierung, Mischungsverhältnis, Schichtdicke, Verarbeitungs- und Trocknungszeiten.
SCHRITT 1

Fläche, Höhen und Gefälle kontrollieren
Bevor der Mikrozement Untergrund vorbereitet wird, sollte die vorhandene Fläche zunächst sorgfältig kontrolliert werden. Mit kurzer und langer Wasserwaage, Richtscheit oder einem Laser lassen sich Unebenheiten, Höhenunterschiede und vorhandene Gefälle zuverlässig erkennen.
Besonders in Duschen und anderen Bereichen mit Bodenablauf ist die Kontrolle entscheidend: Bereits vor dem Ausgleichen muss feststehen, in welche Richtung das Wasser später ablaufen soll. Gleichzeitig lässt sich erkennen, welche Bereiche aufgebaut oder egalisiert werden müssen und wo vorhandene Anschlusshöhen berücksichtigt werden müssen.
SCHRITT 2

Untergrund auf Festigkeit und Tragfähigkeit prüfen
Bevor grundiert oder gespachtelt wird, muss der vorhandene Untergrund fest, stabil und ausreichend tragfähig sein. Lose oder hohl liegende Bereiche, mürbe Stellen, nicht ausreichend haftende Altbeschichtungen sowie andere Schwachstellen müssen erkannt und vor dem weiteren Aufbau fachgerecht behandelt werden.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen ältere Estriche, Putze und vorhandene Fliesenbeläge. Bei Altfliesen sollten beispielsweise lose oder hohl klingende Fliesen erkannt werden. Auch vorhandene Risse im Estrich oder anderen Untergründen müssen vor dem weiteren Aufbau beurteilt und gegebenenfalls fachgerecht instand gesetzt werden.
Eine hochwertige Spachtelmasse kann einen nicht tragfähigen Untergrund nicht ersetzen. Erst wenn die vorhandene Fläche eine zuverlässige Grundlage bildet, kann mit Reinigung, Grundierung beziehungsweise Haftbrücke und dem weiteren Aufbau für MIKROZEMENT SD begonnen werden.
SCHRITT 3

Untergrund gründlich reinigen und vorbereiten
Nach der Prüfung wird der Untergrund vollständig von Staub, Schmutz, Fett, Öl, Pflegemittelresten und anderen haftungsmindernden Verunreinigungen befreit. Lose Bestandteile und nicht tragfähige Rückstände müssen entfernt werden, damit die spätere Grundierung oder Haftbrücke zuverlässig mit dem Untergrund verbinden kann.
Je nach Ausgangsfläche kann zusätzlich eine mechanische Vorbereitung durch Schleifen oder Anschleifen erforderlich sein. Anschließend wird die gesamte Fläche gründlich mit einem geeigneten Baustellensauger abgesaugt.
Die Grundierung oder Haftbrücke gehört erst auf einen sauberen, festen und entsprechend vorbereiteten Untergrund. Welche weitere Vorbereitung erforderlich ist, richtet sich nach dem vorhandenen Untergrund und den Vorgaben des gewählten Produkts.
SCHRITT 4 RISSE

Risse im Estrich fachgerecht schließen
Vor dem weiteren Aufbau müssen vorhandene Risse im Estrich fachgerecht instand gesetzt werden. Der Riss wird dazu leicht geöffnet und quer zum Riss werden mit einem Winkelschleifer in regelmäßigen Abständen Schlitze hergestellt. In diese werden geeignete Estrichklammern eingesetzt.
Anschließend werden die Komponenten A und B des vorgesehenen Epoxidharzes exakt nach Herstellerangabe gemischt. Riss und Querschlitze werden vollständig mit dem Epoxidharz verfüllt, sodass auch die Estrichklammern sicher eingebettet sind.
Die noch frische Oberfläche wird abschließend mit feinem Quarzsand abgestreut, damit für den nachfolgenden Aufbau eine griffige Oberfläche entsteht. Die konkreten Schlitzabstände, Abmessungen und Verarbeitungsvorgaben richten sich nach dem verwendeten Rissreparatursystem.
SCHRITT 4 FEHLSTELLEN

Fehlstellen und Ausbrüche fachgerecht ausbessern
Ausbrüche und Fehlstellen sollten bereits vor dem flächigen Ausgleich vollständig instand gesetzt werden. Typische Beispiele sind aufgestemmte Bereiche nach der Verlegung von Rohrleitungen, Installationsschlitze, Ausbrüche an Wänden oder Böden sowie beschädigte Kanten und Vertiefungen.
Lose Bestandteile werden entfernt und die Reparaturstellen entsprechend dem verwendeten System vorbereitet. Anschließend werden die Fehlstellen mit einem für Untergrund, Einbaubereich und erforderliche Schichtdicke geeigneten Reparatur- oder Spachtelmörtel geschlossen und möglichst bündig an die vorhandene Fläche angearbeitet.
So entsteht wieder ein fester, tragfähiger und geschlossener Untergrund, der anschließend weiter egalisiert und für den Aufbau mit MIKROZEMENT SD vorbereitet werden kann.
SCHRITT 4 FEHLENDE FLIESEN

Defekte und fehlende Fliesen ausbessern
Vorhandene Fliesen müssen fest und dauerhaft mit dem Untergrund verbunden sein. Gerissene, lose oder hohl liegende Fliesen sowie bereits fehlende Fliesen dürfen nicht einfach überspachtelt werden. Betroffene Bereiche werden entfernt und der darunterliegende Untergrund auf seine Tragfähigkeit geprüft.
Die entstandenen Fehlstellen werden anschließend gereinigt, entsprechend vorbereitet und mit einem für den Untergrund und die erforderliche Schichtdicke geeigneten Reparatur- oder Spachtelmörtel aufgefüllt. Dabei sollte die Fläche möglichst bündig an das Niveau des vorhandenen Fliesenbelags angeglichen werden.
Erst wenn alle schadhaften Bereiche beseitigt und die Fehlstellen fest, tragfähig und eben geschlossen sind, kann die weitere Vorbereitung der Fliesenfläche für MIKROZEMENT SD erfolgen.
SCHRITT 5

Passende Grundierung oder Haftbrücke auftragen
Nach Reinigung und notwendigen Reparaturen wird der Untergrund für die nachfolgende Spachtelung vorbereitet. Welche Grundierung oder Haftbrücke verwendet wird, hängt insbesondere von der Saugfähigkeit und Beschaffenheit des vorhandenen Untergrundes ab.
Bei saugenden mineralischen Untergründen wird eine dafür vorgesehene Grundierung eingesetzt. Nicht saugende Untergründe wie fest haftende Altfliesen benötigen dagegen eine geeignete Haftgrundierung beziehungsweise Haftbrücke. Als weitere Möglichkeit kann bei geeigneten Aufbauten eine Epoxidharz-Haftbrücke mit Quarzsandabstreuung eingesetzt werden.
Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, sollte Grundierung und nachfolgende Spachtelmasse immer aufeinander abstimmen. Maßgebend sind die Vorgaben im aktuellen technischen Datenblatt des jeweiligen Herstellers.
SCHRITT 6

Standfeste Spachtelmasse richtig anmischen
Die Spachtelmasse wird mit der vom Hersteller vorgegebenen Wassermenge und einem geeigneten Rührwerk homogen und klumpenfrei angemischt. Das korrekte Mischungsverhältnis ist wichtig, damit die vorgesehenen Verarbeitungseigenschaften, die Standfestigkeit und die Festigkeitsentwicklung des Materials erhalten bleiben.
Dabei sollte immer nur so viel Material angemischt werden, wie innerhalb der angegebenen Verarbeitungszeit sicher verarbeitet werden kann. Besonders bei schnell erhärtenden Spachtelmassen sind kleinere, kontrollierte Mischmengen häufig sinnvoller.
Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, sollte auch beim Anmischen konsequent nach dem aktuellen technischen Datenblatt arbeiten. Zusätzliches Wasser nach Gefühl kann die Eigenschaften der Spachtelmasse verändern und sollte vermieden werden.
SCHRITT 7
Spachtelmasse auftragen und Fläche egalisieren
Die angemischte standfeste Spachtelmasse wird auf den vorbereiteten Untergrund aufgebracht und mit einer geeigneten Glättkelle, Flächenspachtel oder Richtlatte gleichmäßig verteilt. Dabei werden vorhandene Vertiefungen, Wellen und Höhenunterschiede gezielt ausgeglichen.
Während der Verarbeitung sollte die Fläche immer wieder mit Richtscheit, Wasserwaage oder Laser kontrolliert werden. Besonders an Übergängen, Türanschlüssen, Treppen oder Flächen mit geplantem Gefälle lässt sich so die gewünschte Geometrie gezielt herstellen.
Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, sollte bereits in diesem Arbeitsschritt möglichst sauber und eben arbeiten. Je genauer die Fläche jetzt egalisiert wird, desto weniger Korrektur ist später erforderlich – Mikrozement ist nicht dafür vorgesehen, größere Unebenheiten des Untergrundes auszugleichen.
SCHRITT 8

Armierungsgewebe fachgerecht einbetten
Ein Armierungsgewebe ist nicht bei jedem Aufbau zwingend erforderlich. Je nach verwendeter Spachtelmasse, Untergrund und vorgesehenem System kann eine Armierung erforderlich, vom Hersteller empfohlen oder auch nicht notwendig sein. Maßgebend sind deshalb immer die Vorgaben des jeweiligen Produkts und der geplante Schichtaufbau.
Wird ein Armierungsgewebe eingesetzt, muss es vollständig und faltenfrei in die frische Spachtelmasse eingebettetund ausreichend überdeckt werden. An Stößen, Übergängen, Kanten und Anschlüssen ist besonders sorgfältig zu arbeiten. Die Gewebestruktur sollte sich in der fertig vorbereiteten Oberfläche nicht mehr abzeichnen.
Beim Mikrozement Untergrund vorbereiten kann eine fachgerecht ausgeführte Armierung dazu beitragen, Spannungen innerhalb der Spachtelschicht besser zu verteilen – sie ersetzt jedoch weder einen tragfähigen Untergrund noch die fachgerechte Instandsetzung vorhandener Schäden.
SCHRITT 9

Fläche kontrollieren und bei Bedarf nacharbeiten
Nach ausreichender Erhärtung wird die gespachtelte Fläche nochmals sorgfältig auf Ebenheit, Übergänge, Kanten und mögliche Spachtelgrate kontrolliert. Mit Richtscheit, Wasserwaage oder bei größeren Flächen mit einem Laser lässt sich prüfen, ob die gewünschte Flächengeometrie erreicht wurde. Bei Gefälleflächen wird zusätzlich die korrekte Richtung und Ausbildung des Gefälles überprüft.
Kleine Grate oder Unebenheiten können – sofern das verwendete Material dies zulässt – geschliffen oder entsprechend nachgearbeitet werden. Anschließend wird die Fläche gründlich abgesaugt und von Schleifstaub befreit.
Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, sollte diesen Kontrollschritt besonders sorgfältig durchführen. Unebenheiten, sichtbare Gewebestrukturen oder schlecht ausgearbeitete Übergänge sollten jetzt korrigiert werden und nicht erst mit dem Mikrozement.
SCHRITT 10

Untergrund abschließend reinigen und für Mikrozement vorbereiten
Nach allen Spachtel-, Schleif- und Nacharbeiten wird die gesamte Fläche gründlich von Schleifstaub und losen Rückständen befreit. Besonders Ecken, Anschlüsse und Randbereiche sollten sorgfältig abgesaugt werden, damit keine Verunreinigungen auf dem vorbereiteten Untergrund zurückbleiben.
Anschließend erfolgt die letzte Sicht- und Flächenkontrolle. Der Untergrund sollte jetzt fest, tragfähig, ausreichend eben, geschlossen und frei von störenden Unebenheiten sein. Gewebestrukturen, Spachtelgrate oder deutlich sichtbare Übergänge sollten nicht mehr vorhanden sein.
Damit ist die eigentliche Untergrundvorbereitung abgeschlossen. Wer den Mikrozement Untergrund vorbereitenmöchte, hat jetzt die Grundlage für den nachfolgenden Systemaufbau geschaffen. Welche Grundierung beziehungsweise Vorbereitung unmittelbar vor MIKROZEMENT SD erforderlich ist, richtet sich anschließend nach dem vorhandenen Untergrund und dem vorgesehenen Mikrozementsystem.
Ist der Untergrund fest, tragfähig, eben, geschlossen und sorgfältig vorbereitet, ist die Grundlage für den eigentlichen Mikrozementaufbau geschaffen. Jetzt folgen die aufeinander abgestimmten Arbeitsschritte von der Vorbereitung der Fläche über Base- und Finish-Schichten bis zur fertigen Oberfläche.
In unserer ausführlichen Profi-Anleitung zur Verarbeitung von MIKROZEMENT SD zeigen wir den kompletten Ablauf Schritt für Schritt – mit Materialauftrag, Werkzeugen, Schichtaufbau, Trocknungszeiten, Schleifen und wichtigen Praxistipps für ein professionelles Ergebnis.
→ MIKROZEMENT VERARBEITEN – ZUR PROFI-ANLEITUNG
Sie möchten die wichtigsten Schritte bei der Verarbeitung von Mikrozement direkt auf der Baustelle griffbereit haben? Unsere kompakte MIKROZEMENT SD Kurzanleitung zeigt den grundlegenden Mikrozementaufbau Schritt für Schritt – übersichtlich, verständlich und auf das Wesentliche reduziert.
Die Anleitung steht in mehreren Sprachen zur Verfügung und kann als PDF zum Ausdrucken oder im praktischen Bildformat für Smartphone und Tablet genutzt werden. Ideal als schnelle Arbeitshilfe direkt während der Mikrozement-Verarbeitung.
→ MIKROZEMENT KURZANLEITUNG – SPRACHE & FORMAT AUSWÄHLENPraxis-Tipp 1: Bestehende Untergründe richtig beurteilen
In der Praxis gleicht kaum ein Untergrund dem anderen. Alte Estriche, Fliesenflächen, Putze oder bereits mehrfach bearbeitete Wand- und Bodenflächen können sehr unterschiedliche Eigenschaften und Schwachstellen aufweisen. Deshalb sollte man sich die vorhandene Fläche genau ansehen und prüfen, was erhalten bleiben kann und wo eine Vorbereitung oder Instandsetzung erforderlich ist.

Das ist keine Besonderheit von Mikrozement: Jede hochwertige nachfolgende Beschichtung benötigt einen geeigneten, festen und tragfähigen Untergrund. Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, schafft deshalb zunächst eine technisch geeignete Ausgangsfläche – erst danach beginnt der eigentliche Mikrozementaufbau.
Praxistipp 2: Eine glatte Oberfläche ist noch kein fertiger Untergrund
Nicht jede bereits gespachtelte oder verputzte Fläche ist automatisch ausreichend für den weiteren Aufbau vorbereitet. Zu grobe Oberflächen, Poren, sichtbare Fugen, schlecht ausgearbeitete Spachtelstellen oder sich abzeichnendes Armierungsgewebe zeigen, dass der Untergrund noch weiter bearbeitet werden muss.

Gerade bei einer dünnschichtigen Beschichtung können sich solche Strukturen später im Oberflächenbild bemerkbar machen. Wer den Mikrozement Untergrund vorbereiten möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Tragfähigkeit achten: Die Fläche muss auch gleichmäßig, ausreichend eben und entsprechend fein ausgearbeitet sein. Mikrozement sollte nicht dazu dienen, Fehler einer unzureichenden Untergrundvorbereitung auszugleichen.
Praxistipp 3: Sorgfältige Vorbereitung macht die weitere Arbeit leichter
Ein hochwertig vorbereiteter Untergrund sollte eben, geschlossen und gleichmäßig ausgearbeitet sein. Fugen und Übergänge dürfen sich nicht mehr deutlich abzeichnen, Vertiefungen und Unebenheiten werden sauber egalisiert und ein eingesetztes Armierungsgewebe muss vollständig und gleichmäßig in die Spachtelschicht eingebettet sein, sodass sich seine Struktur nicht mehr abzeichnet.

Auch unregelmäßige oder leicht gerundete Flächen lassen sich mit einer geeigneten standfesten Spachtelmasse kontrolliert ausarbeiten. Die Untergrundvorbereitung ist deshalb nicht grundsätzlich schwierig – sie sollte vor allem sorgfältig und ohne unnötige Abkürzungen ausgeführt werden. Wer den Mikrozement Untergrund vorbereitenmöchte und hier sauber arbeitet, macht sich die anschließende Verarbeitung sogar deutlich leichter.
Standfeste Spachtelmassen für Mikrozement im Vergleich
Wenn wir den Mikrozement Untergrund vorbereiten, entscheidet nicht allein der Hersteller über die richtige Wahl. Viel wichtiger sind Untergrund, notwendige Schichtdicke, Einsatz an Wand oder Boden, Innen- oder Außenbereich, Feuchtebeanspruchung und die Frage, ob lediglich kleinere Unebenheiten korrigiert oder größere Höhenunterschiede ausgeglichen werden müssen. Für die Untergrundvorbereitung kommen deshalb unterschiedliche Produkte von ARDEX, Sopro und SCHÖNOXinfrage. Einige sind universelle Renovier- und Ausgleichsmörtel, andere eignen sich besonders für Reparaturen, feine Übergänge oder anspruchsvolle Wandflächen.
Untergrund → Grundierung / Haftbrücke → SCHÖNOX FS + Armierungsgewebe in die frische Spachtelschicht einbetten und geschlossen überspachteln → Mikrozement-SD
Grundierung / Haftbrücke:
Saugend/mineralisch: SCHÖNOX KH – Kunstharzhaftdispersion zur Saugminderung und Haftvermittlung.
Nicht saugend/Altfliese: SCHÖNOX SHP – Spezialgrundierung für glatte, dichte und nicht saugende Untergründe.
Epoxidharz-Alternative: SCHÖNOX GEA Epoxidharz-Grundierung + SCHÖNOX Quarzsand 0,2–0,8 mm. Haftbrücke für Spachtelmassen auf saugenden und nicht saugenden Untergründen vorgesehen.
Schichtdicke: mind. 3 mm mit Gewebe, bis 10 mm ohne Zuschlag
Verbrauch: ca. 1,0 kg/m² je mm
Druckfestigkeit: vom Hersteller im aktuellen FS-Datenblatt nicht ausgewiesen.
Verarbeitung: standfest – Gefälleausbildung möglich – nach Aushärtung schleifbar
SCHÖNOX FS → feiner, kontrollierter Aufbau bei geringem Ausgleich; sehr gut für bereits relativ ebene Fliesen und Gewebeeinbettung.
→ Technische Produktinformationen zu SCHÖNOX FS
Untergrund → Grundierung / Haftbrücke → Sopro RAM 3 → Mikrozement-SD
Grundierung / Haftbrücke:
Saugend/mineralisch: Sopro Grundierung GD 749 – für stark und unterschiedlich saugende mineralische Untergründe und nachfolgende mineralische Spachtelmassen.
Nicht saugend/Altfliese: Sopro HaftPrimer S HPS 673 – für nicht saugende Untergründe wie fest anhaftende keramische Beläge.
Epoxidharz-Alternative: Sopro Epoxi-Grundierung EPG 522 + Sopro Quarzsand grob QS 511.
Schichtdicke: 3–60 mm
Verbrauch: ca. 1,6 kg/m²/mm
Eigenschaft: faserarmierter Mörtel
Festigkeitsklasse CS IV. ≥ 20 N/mm²
Verarbeitung: standfest – Gefälleausbildung möglich – nach Aushärtung schleifbar
Sopro RAM 3 → deutlich größerer Ausgleichsbereich bis 60 mm; sinnvoll, wenn aus einem wirklich unebenen Altfliesenbelag eine neue Fläche aufgebaut werden muss.
→ Technische Produktinformationen zu Sopro RAM 3
Untergrund → Grundierung / Haftbrücke → ARDEX A 46 → ARDEX AR Glasgelege in A 46 einbetten und überspachteln → Mikrozement-SD
Grundierung / Haftbrücke:
Saugend/mineralisch: ARDEX P 51 Haft- und Grundierdispersion
Nicht saugend/Altfliese: ARDEX P 4 READY – gebrauchsfertige Multifunktionsgrundierung
Epoxidharz-Alternative: ARDEX EP 2000 Multifunktionales Epoxidharz + ARDEX QS Quarzsand.
Armierung: ARDEX AR Glasgelege, 110 g/m².
Schichtdicke: 2–30 mm
Verbrauch: ca. 1,4 kg/m² je mm Schichtdicke
Druckfestigkeit: ca. 20 N/mm² / Biegezugfestigkeit: ca. 6 N/mm² nach 28 Tagen
Verarbeitung: standfest – Gefälleausbildung möglich – filz- und glättbar – nach Aushärtung schleifbar
ARDEX A 46 → besonders interessant für Löcher, Vertiefungen, Unebenheiten, Schlitze, Ausbrüche, Treppenstufen, Podeste, Übergänge und Gefälleausbildungen. Ein zusätzlicher Vorteil ist die Kombination mit dem ARDEX AR Glasgelege.
→ Technische Produktinformationen zu ARDEX A 46Werkzeuge für standfeste Spachtelmassen
Wenn Sie sich für eine standfeste Spachtelmasse entschieden haben, entscheidet neben dem richtigen Material auch das passende Werkzeug über die Qualität des Untergrundes. Besonders beim Mikrozement Untergrund vorbereiten sollte die Fläche möglichst eben, geschlossen und sauber ausgearbeitet werden, damit später nicht unnötig im Mikrozementaufbau korrigiert werden muss. Welche Werkzeuge benötigt werden, hängt von Größe und Zustand der Fläche ab. Für kleinere Reparaturen reichen häufig wenige Handwerkzeuge. Bei kompletten Wand- oder Bodenflächen sind dagegen leistungsfähiges Mischwerkzeug, große Flächenspachtel und geeignete Kontrollwerkzeuge für Ebenheit und Schichtstärke besonders wichtig.
Untergrund prüfen und vorbereiten

Eine Richtlatte oder lange Wasserwaage hilft dabei, Unebenheiten und Höhenunterschiede im vorhandenen Fliesenbelag zu erkennen. Für notwendige mechanische Vorarbeiten eignen sich ein entsprechendes Schleifgerät mit Absaugung sowie ein leistungsfähiger Industriestaubsauger. Die Oberfläche muss vor dem weiteren Aufbau sauber und frei von Schleifstaub und anderen haftungsmindernden Rückständen sein.
Spachtelmasse richtig anmischen

Benötigt werden saubere Mischeimer, ein leistungsfähiges Rührwerk und ein geeigneter Rührquirl. Die Spachtelmasse sollte entsprechend den Herstellerangaben angemischt werden. Bei größeren Flächen sind mehrere saubere Mischeimer hilfreich, damit zügig und ohne unnötige Unterbrechungen gearbeitet werden kann.
Spachtelmasse auf Fliesen auftragen

Für den vollflächigen Auftrag eignen sich Glättkelle bzw. Glätttraufel und breite Flächenspachtel. Kleinere Spachtel erleichtern die Verarbeitung an Ecken, Anschlüssen und schwer zugänglichen Bereichen.
Soll ein Armierungsgewebe eingebettet werden, kann eine geeignete Zahnkelle dabei helfen, eine gleichmäßige Materialmenge vorzulegen. Anschließend wird das Gewebe in die frische Spachtelmasse eingebettet und vollständig geschlossen überspachtelt.
Armierungsgewebe zuschneiden und einbetten

Für unsere beschriebenen Aufbauten verwenden wir ein alkalibeständiges Glasfasergewebe mit 160 g/m². Zum Zuschneiden eignen sich eine stabile Schere oder ein Cuttermesser.
Das Gewebe wird in die frische Spachtelschicht eingebettet und mit Glättkelle oder Flächenspachtel sauber eingearbeitet. Es sollte anschließend vollständig von der dafür vorgesehenen Spachtelmasse umschlossen sein.
Trägerfläche nachbearbeiten und schleifen

Nach ausreichender Aushärtung kann die hergestellte Trägerfläche – soweit es das verwendete Spachtelsystem zulässt – mechanisch nachbearbeitet werden. Hierfür eignen sich Schleifgerät bzw. Exzenterschleifer, geeignete Schleifmittel sowie ein Schleifklotz für Rand- und Detailbereiche.
Anschließend wird die Fläche gründlich abgesaugt. Ziel ist keine hochglatte oder polierte Oberfläche, sondern eine gleichmäßige, geschlossene und für den nachfolgenden Mikrozement-SD-Aufbau geeignete Trägerfläche.
Praktischer Tipp für größere Flächen und Mikrozement

Eine breite Flächenspachtel erleichtert es erheblich, größere Bereiche gleichmäßig abzuziehen. Wer Mikrozement Fliesen überspachteln möchte, sollte besonders auf die Qualität dieser vorbereitenden Trägerschicht achten: Je ebener und homogener sie hergestellt wird, desto kontrollierter lässt sich anschließend der dünnschichtige Mikrozement-SD-Aufbau ausführen.
Die Werkzeuge für selbstnivellierende Ausgleichsmassen auf Fliesenböden behandeln wir separat, da sich sowohl Verarbeitung als auch benötigte Werkzeuge deutlich von den hier beschriebenen standfesten Spachtelmassen unterscheiden.
Ist der Untergrund fest, tragfähig, eben, geschlossen und sorgfältig vorbereitet, ist die Grundlage für den eigentlichen Mikrozementaufbau geschaffen. Jetzt folgen die aufeinander abgestimmten Arbeitsschritte von der Vorbereitung der Fläche über Base- und Finish-Schichten bis zur fertigen Oberfläche.
In unserer ausführlichen Profi-Anleitung zur Verarbeitung von MIKROZEMENT SD zeigen wir den kompletten Ablauf Schritt für Schritt – mit Materialauftrag, Werkzeugen, Schichtaufbau, Trocknungszeiten, Schleifen und wichtigen Praxistipps für ein professionelles Ergebnis.
→ MIKROZEMENT VERARBEITEN – ZUR MEGA-ANLEITUNG
Sie möchten die wichtigsten Schritte bei der Verarbeitung von Mikrozement direkt auf der Baustelle griffbereit haben? Unsere kompakte MIKROZEMENT SD Kurzanleitung zeigt den grundlegenden Mikrozementaufbau Schritt für Schritt – übersichtlich, verständlich und auf das Wesentliche reduziert.
Die Anleitung steht in mehreren Sprachen zur Verfügung und kann als PDF zum Ausdrucken oder im praktischen Bildformat für Smartphone und Tablet genutzt werden. Ideal als schnelle Arbeitshilfe direkt während der Mikrozement-Verarbeitung.
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